Psychosomatische Beschwerden

Etwa 40% aller chronischen Schmerzen sind psychosomatisch bedingt bzw. werden durch psychisch-soziale Umstände aufrechterhalten. Bei anderen Erkrankungen spielen seelische und soziale Umstände eine ebenso große Rolle, beispielsweise beim Bluthochdruck oder den entzündlichen Darmerkrankungen. Schon in Zeiten des Mittelalters analysierte Thomas von Aquin treffend, dass der Körper von der Seele "durchwoben" sei, und somit körperliche Erkrankungen immer auch die Seele betreffen, und umgekehrt.
 
Viele seelische Erkrankungen suchen sich ein körperliches Ventil und eine körperliche "Bühne", um sich zum Ausdruck zu bringen. In der Medizin spricht man dann von "Somatisierung" oder "Somatisierungsstörung". In der täglichen Praxis gibt es oft Fälle, wo man keinen körperlichen Grund für die Beschwerden finden kann. Dann stellt sich oft in analysierenden Gesprächen heraus, dass beispielsweise eine bedeutsame Angst-Störung vorliegt, die immer wieder situationsbedingte Bauch- und Kopfschmerzen auslöst.

Im Rahmen der psychosomatischen Behandlung kommen Verfahren wie Gesprächstherapie, Entspannungsverfahren, Heilpflanzen, Akupunktur, Bäder, Klima- und Bewegungstherapie zum Einsatz.